Samstag, 12. Dezember 2009

Ski-Action

Am Dienstag haben wir uns mit Eric getroffen. Er hatte uns spontan angesprochen weil er englischsprachige Freunde sucht und wir haben uns zum Biertrinken verabredet. Da koreanische Namen für Westler sehr schwer auszusprechen sind, aber junge Koreaner oft reisen, geben sie sich einen amerikanischen Zweitnamen, damit Ausländer sie besser ansprechen können. Seung-Hwan verbrachte zwei Jahre in Amerika und gab sich daher den Zweitnamen Eric. Der Abend war ziemlich witzig, wir trafen uns in einer Kneipe die internationale Biersorten anbietet, tranken Krombacher und philosophierten über Kulturunterschiede und Auslandsaufenthalte.

Als wir später wieder zurück im Dormitory waren, rief er uns an und lud uns ein, von Donnerstag auf Freitag mit ihm, seiner Schwester und ihrem Freund zusammen für zwei Tage Ski zu fahren. Seine Schwester und ihr Freund hatten versehentlich ein Zimmer zu viel gebucht und würden schon einen Tag eher vor Ort sein. Wir überlegten nicht lange und als Eric sagte, dass es alles sehr günstig sein würde da die Saison noch nicht begonnen hat, sagten wir zu.

Mittwoch besuchten wir mit Da-Young eine Kunstausstellung im Künstlerviertel Insadong, es wurden die Abschlussarbeiten von Kunststudenten der Duksung gezeigt und wir waren von einigen Arbeiten sehr beeindruckt.

Anschließend aßen wir etwas und ließen uns dann in einer Teestube nieder um mal richtig traditionell Tee zu trinken. Das Café war mit viel Liebe eingerichtet und Da-Young und ihre Freundin waren genauso neugierig auf den Tee wie wir. Wir ließen uns eine Empfehlung geben und bestellten dann verschiedene Sorten, dazu gab es kleine Snacks. Als wir unseren Tee bekamen waren wir überrascht, wie stark Färbung und Geschmack waren. Das hatte was von warmem Saft. Ein Tee schmeckte nach Ingwer und Zimt und war unheimlich süß. Ein anderer hatte das leicht säuerliche Aroma von Granatapfel, der schmeckte Zita am besten. Laura mochte einen anderen Tee, dessen Geschmack sich nicht wirklich beschreiben lässt, süß-sauer und fruchtig.

Wir kamen erst spät ins Bett, mussten aber am nächsten Morgen früh aufstehen, denn wir wollten ja Skifahren. Wir trafen uns mit Eric und fuhren etwa dreieinhalb Stunden, bis wir am Yongpyong Wintersportgebiet ankamen. Leider war das Wetter richtig mies, es regnete und war viel zu warm. Da der Schnee künstlich angelegt wird, konnten wir trotzdem auf die Piste und selbst Zita, die noch nie Skifahren gelernt hatte, traute sich. Wir liehen uns Skier für knapp 6 Euro den Tag und kauften einen Skipass für 2 Euro den Tag, es war unglaublich billig. Allerdings zeigte uns Eric die Saisonpreise und wir waren froh über das Sonderangebot. Also rauf auf die Piste, es war mittlerweile dunkel geworden und starke Scheinwerfer wurden eingeschaltet. Wir blieben im Anfängerbereich und Zita tat ihr Bestes. Sie purzelte den Berg hinunter, stand aber jedes Mal wieder auf, auch wenn sie dazu manchmal Hilfe brauchte. Da sie schnell lernte wurde sie immer besser und wir hatten alle viel Spaß.

Am nächsten Tag war das Wetter perfekt: sonnig und trocken. Wir fuhren zum Frühstücken auf den höchsten Berg und bewunderten die Aussicht. Im Laufe des Vormittags verzog sich der morgendliche Nebel und alle waren scharf auf die Piste.

(Eric, seine Schwester und deren Zukünftiger)

Zita wollte die anderen nicht aufhalten und blieb in einem der Cafés und der Rest der Truppe verbrachte den Tag im Schnee. Diesmal legte sich Laura auch ein paar Mal ordentlich auf die Nase, aber es war ein sehr schöner Tag. Abends fuhren wir mit dem Auto zurück, hörten laut Weihnachtslieder und tranken dazu Bier.

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