Dienstag, 20. Oktober 2009

Sprachunterricht und Seoul Tower

Natürlich sind wir nicht faul und so haben wir vier Stunden täglich von Montag bis Freitag einen Sprachunterricht im selben Haus. Aufgeteilt wird dieser in drei verschiedene Lehrerinnen die von "ich-möchte-sie-umbringen" bis hier-lern-ich-was" reichen. Natürlich haben wir die weniger kompetenten Lehrer öfter als die guten. Alle drei Lehrerinnen sind der Englischen Sprache nicht mächtig und so lernen wir Koreanisch auf Koreanisch. Das ist besonders amüsant, wenn man wichtige Verständnisfragen z.B. zur Grammatik hat und man die Antwort auf Koreanisch bekommt. Könnten wir das verstehen, bräuchten wir den Kurs nicht! Zum Glück ist es für uns sehr einfach die Lehrer anzusprechen, ohne die Namen parat zu haben, denn in Korea spricht man Lehrer mit "Songsängnim" an, was frei übersetzt "Lehrer" bedeutet.
Die Mittwochslehrerin: die Beste von allen!
Im Kurs sind noch drei Chinesen und Miriam die Spanierin. Täglich bemerken wir den Unterschied zwischen Chinesen und Koreanern. Während Koreaner sehr zurückhaltend und freundlich tun, sind Chinesen offen und manchmal etwas zu ehrlich. Man wird laut schreiend angesprochen und die Lehrer werden mit "EY! Lehrer!" gerufen. Die Chinesen hassen Korea, die Sprache, die Leute, das Essen... aber wurden von ihren Eltern hier her geschickt um zu studieren. Das sie es hier kacke finden, halten sie nicht hinterm Berg.
Anfänglich dachten wir sie wären sehr unhöflich, aber nach einiger Zeit erkannten wir die Vorteile dieser Ehrlichkeit und wie lieb sie eigentlich sind.
Wir wurden von ihnen zum Karaoke eingeladen. Das heißt man geht in ein "Sing-Haus", bekommt ein fensterloses kleines Zimmer mit riesigem Fernseher zugeteilt, mehrere Mikros in die Hand und los gehts! Ordnerweise gibt es Lieder zur Auswahl, deren Musik mit Untertiteln abgespielt wird. Gesangliche Unterstützung von den Originalsängern hat man nicht und wenn man die Melodie der Strophen nicht kennt, hat man verloren.
Während die Chinesen In-Chi und Kai-Pong einen chinesischen Schmachtfetzen nach dem anderen vom Stapel gelassen haben, sangen wir englischsprachigen Rock und Pop.
Die beiden spendierten uns vor Ort massig Knabbereien und Fressalien und so trällerten wir drei Stunden vor uns hin. Wenn wir mit ihnen reden wollen, müssen wir uns allerdings auf Koreanisch ausdrücken, denn sie können ja kein Englisch und wir eben kein Chinesisch. Es ist immer wieder lustig, was wir für einen Kauderwelsch produzieren.
Am 9ten Oktober reiste Lauras Papa Conny an, welcher für drei Wochen Urlaub in Korea macht. Untergekommen ist er in einem Hotel, was sich später als "Stundenhotel" für Pärchen entpuppt hat und so verlässt er sein Zimmer jeden Morgen um Seoul zu erkunden. Zusammen mit ihm waren wir auf dem "Seoul Tower", einem Fernsehturm, von dem aus man ganz Seoul überblicken kann.
Der Turm ist besondern für Verliebte ein beliebtes Ziel und es ist Brauch an dem Geländer einen Liebesschwur mit Ketten zu befestigen. Abertausenden Schlösser hängen da oben und viele viele Pärchen haben sich verewigt.
Die Aussicht war fantastisch!

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