Die Mittwochslehrerin: die Beste von allen!
Im Kurs sind noch drei Chinesen und Miriam die Spanierin. Täglich bemerken wir den Unterschied zwischen Chinesen und Koreanern. Während Koreaner sehr zurückhaltend und freundlich tun, sind Chinesen offen und manchmal etwas zu ehrlich. Man wird laut schreiend angesprochen und die Lehrer werden mit "EY! Lehrer!" gerufen. Die Chinesen hassen Korea, die Sprache, die Leute, das Essen... aber wurden von ihren Eltern hier her geschickt um zu studieren. Das sie es hier kacke finden, halten sie nicht hinterm Berg.
Anfänglich dachten wir sie wären sehr unhöflich, aber nach einiger Zeit erkannten wir die Vorteile dieser Ehrlichkeit und wie lieb sie eigentlich sind.
Wir wurden von ihnen zum Karaoke eingeladen. Das heißt man geht in ein "Sing-Haus", bekommt ein fensterloses kleines Zimmer mit riesigem Fernseher zugeteilt, mehrere Mikros in die Hand und los gehts! Ordnerweise gibt es Lieder zur Auswahl, deren Musik mit Untertiteln abgespielt wird. Gesangliche Unterstützung von den Originalsängern hat man nicht und wenn man die Melodie der Strophen nicht kennt, hat man verloren.
Während die Chinesen In-Chi und Kai-Pong einen chinesischen Schmachtfetzen nach dem anderen vom Stapel gelassen haben, sangen wir englischsprachigen Rock und Pop.
Die beiden spendierten uns vor Ort massig Knabbereien und Fressalien und so trällerten wir drei Stunden vor uns hin. Wenn wir mit ihnen reden wollen, müssen wir uns allerdings auf Koreanisch ausdrücken, denn sie können ja kein Englisch und wir eben kein Chinesisch. Es ist immer wieder lustig, was wir für einen Kauderwelsch produzieren.
Am 9ten Oktober reiste Lauras Papa Conny an, welcher für drei Wochen Urlaub in Korea macht. Untergekommen ist er in einem Hotel, was sich später als "Stundenhotel" für Pärchen entpuppt hat und so verlässt er sein Zimmer jeden Morgen um Seoul zu erkunden. Zusammen mit ihm waren wir auf dem "Seoul Tower", einem Fernsehturm, von dem aus man ganz Seoul überblicken kann.
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